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Naturwein / Wein mit minimaler Intervention

Minimalinvasive Weinherstellung mit einheimischen Hefen, minimalem Sulfitgehalt und ohne Zusatzstoffe. Eine Produktionsphilosophie, die für alle Weinfarben und -stile gilt. Beaujolais, Loire und Ätna sind Vorreiter dieser modernen Bewegung.

Kategorie
Spezialität
Bedeutung
Gegründet
Farbe
Alle Farben (rot, weiß, …
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Um Naturwein

Naturwein (genauer: Wein mit minimaler Intervention – der Begriff „natürlich“ ist rechtlich nicht definiert und wird in der Redaktion kontrovers diskutiert) ist eine Produktionsphilosophie, die in den späten 1970er- und 1980er-Jahren in der französischen Beaujolais-Weinregion unter der Führung von Jules Chauvet und seinen Schülern Marcel Lapierre, Jean-Paul Thévenet, Jean Foillard und Guy Breton (gemeinsam die „Gang of Four“) entstand. Zu den zentralen Prinzipien gehören: ökologischer oder biodynamischer Anbau mit minimalem Einsatz synthetischer Mittel; Spontangärung mit natürlichen Hefen (keine Zugabe von kommerziellen Hefestämmen); minimaler Sulfitzusatz (oft <30 mg/l gesamt im Vergleich zu 80–150 mg/l konventionell); keine Schönung, keine Filtration, keine Zusätze jeglicher Art außer den Trauben (die Weinindustrie erlaubt über 60 Zusatzstoffe, darunter Hefen, Enzyme, Tannine, Säuren und Klärungsmittel). Diese Philosophie gilt für alle Weinfarben und -stile – es gibt natürlichen Rotwein, natürlichen Weißwein, natürlichen Rosé, natürlichen Orange und natürlichen Schaumwein. Die Meinungen der Redaktionen gehen auseinander: Befürworter sehen in Naturwein den einzig authentischen Ausdruck von Rebsorte und Terroir; Kritiker hingegen halten ihn für uneinheitlich, technisch fehlerhaft und anfällig für flüchtige Säuren. Beide Positionen haben ihre Berechtigung. Die rasante kommerzielle Expansion des Segments seit 2010 hat zwar zu einer breiten Verfügbarkeit geführt, aber auch zu einer Verwässerung des Begriffs „Naturwein“, der nun auch Weine umfasst, die nur teilweise den Kriterien entsprechen.

Produktion Verfahren

Farbe im Glas
Alle Farben (Rot, Weiß, Rosé, Orange) – die Kategorie ist eine Beschreibung der Produktionsphilosophie, keine Farbbeschreibung.
Schlüsselprozess
Minimale Eingriffe im Weinberg (Bio-/Biodynamische Zertifizierung, wenn möglich Trockenanbau, keine synthetischen Mittel) und minimale Eingriffe im Keller (einheimische Hefen, minimaler SO2-Gehalt, keine Schönung oder Filtration).
Fermentation
Indigene Hefen (natürlich auf den Trauben und im Weinkeller vorkommende Hefen) ohne Zugabe kommerzieller Hefestämme. Minimale Sulfitzugabe (oft <30 mg/l gesamt im Vergleich zu 80–150 mg/l konventionell). Keine Säuerung, keine Konzentrierung, keine Chaptalisierung.
typisches Altern
Das hängt vom Wein ab – von jung trinken bis hin zur traditionellen Lagerung. Die Methoden der Naturweinherstellung gelten für alle Kategorien; die Reifung richtet sich nach dem jeweiligen Weintyp (ein natürlicher Beaujolais wird jung getrunken; ein natürlicher Bordeaux reift).
Globale Beispiele
Natürliche Bewegung des Beaujolais (Lapierre, Foillard, Thévenet); Loire Cabernet Franc + Chenin (Clément Baraut, Pithon-Paillé); Italienischer Ätna und verschiedene; Kalifornischer Esel und Ziege + Broc; Spanisches Katalonien.

Rektor Produzenten

  • Marcel Lapierre (Beaujolais)
  • Jean Foillard (Beaujolais)
  • Clément Baraut (Loire)
  • Frank Cornelissen (Ätna)

Leitartikel Notizen

Praktische Hinweise

Die Qualität von Naturweinen variiert stark – die besten Vertreter (Lapierre, Foillard) sind qualitativ mit den besten konventionellen Weinen vergleichbar; weniger gute Weine können technische Mängel aufweisen (Oxidation, flüchtige Säure, mikrobielle Probleme). Die Kategorie spaltet die Meinungen, und der Begriff „Naturwein“ ist weder rechtlich definiert noch zertifiziert.

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