Piquette
Das uralte Sparsamkeitsgetränk neu geboren: ein alkoholarmer, leicht prickelnder 'Zweitwein', hergestellt durch erneutes Vergären von gepresstem Traubentrester mit Wasser.
Über Piquette
Piquette ist eine der ältesten Ideen des Weins, jüngst wiedergeboren als Symbol der Low-Intervention-Bewegung. Jahrhundertelang war sie die Ration der Weinbergsarbeiter: Statt den Trester (die nach dem Pressen verbliebenen Schalen, Kerne und das Fruchtfleisch) wegzuwerfen, weichten die Winzer ihn mit Wasser ein, ließen die Restzucker nachgären und zogen ein leichtes, herbes, schwach moussierendes Getränk mit niedrigem Alkoholgehalt ab. Die moderne handwerkliche Wiederbelebung – angeführt von Naturweinwinzern, die Zero-Waste, niedrigen Alkohol und leichte Trinkbarkeit schätzen – behandelt Piquette als eigenständigen, legitimen Stil: trüb, spritzig, erfrischend, oft in Dosen und meist mit 4–9 % ABV. Sie steht zwischen Wein, Cider und etwas ganz Eigenem. Redaktionell fängt sie zwei aktuelle Strömungen zugleich ein – das Nachhaltigkeitsethos, die ganze Traube zu nutzen, und den Trend zu alkoholärmerem, ungezwungenerem Trinken. Sie ist bewusst bescheiden, und genau darin liegt ihr Reiz.
Herstellungsprozess
Hauptproduzenten
- Verschiedene eingriffsarme Erzeuger
Redaktionelle Anmerkungen
Sehr kalt und sehr frisch trinken; es ist kein Wein zum Lagern oder Verweilen, sondern ein erfrischendes Vergnügen mit niedrigem Alkoholgehalt. Rechtlich oft als 'weinhaltiges Getränk' statt als Wein deklariert.