Stillwein·Etabliert·Hell, lebhaft purpurrot; leicht bis…

Stillwein — Kohlensäuremaischung

Eine Vinifikationsmethode, keine Rebsorte: Ganze Beeren gären vor dem Pressen unter Kohlendioxid, was lebhafte Farbe, Aromen von Banane und Kaugummi, wenig Tannin und süffige Frische ergibt.

Kategorie
Stillwein
Bedeutung
Etabliert
Farbe
Hell, lebhaft purpurro…
Erzeuger
0
Appellationen
0
Rebsorten
0

Über die Kohlensäuremaischung

Die Kohlensäuremaischung wird durch die Technik statt durch das Terroir definiert, weshalb sie in jeder Stiltaxonomie ein wenig für sich steht. Ganze, ungequetschte Traubenrappen werden in einem mit Kohlendioxid gefluteten Behälter verschlossen; unter Sauerstoffentzug beginnt jede intakte Beere von innen heraus zu gären (intrazelluläre Gärung), bevor überhaupt Hefe beteiligt ist. Der Effekt besteht darin, helle Farbe und Aromen aus den Schalen zu ziehen, während nur sehr wenig des bitteren Tannins extrahiert wird, das durch Quetschen und langen Schalenkontakt entsteht. Das Ergebnis ist unverwechselbar: leuchtend purpurne Weine mit Aromen, die oft als Banane, Kaugummi, Kirschwasser und frische rote Frucht beschrieben werden, tanninarm und für den sofortigen, gekühlten Genuss geschaffen. Die geistige Heimat der Technik ist das Beaujolais, wo Gamay und die Kohlensäuregärung (oft partielle Kohlensäuregärung) alles definieren, vom Marketingphänomen des Beaujolais Nouveau bis zu den ernsteren, lagerfähigen Cru-Weinen von Morgon und Moulin-à-Vent. In der modernen Naturweinbewegung wurde sie weit über Frankreich hinaus als Weg zu saftigen Glou-Glou-Rotweinen aufgegriffen. Redaktionell ist sie der klarste Fall, in dem der Prozess und nicht der Ort einen erkennbaren Stil schafft.

Herstellungsprozess

Farbe im Glas
Hell, lebhaft purpurrot; leicht- bis mittelkräftig
Schlüsselprozess
Ganze, ungequetschte Trauben vergären in einem kohlendioxidreichen Tank, wo die intrazelluläre Gärung in jeder intakten Beere vor dem Pressen beginnt — das extrahiert Farbe und lebhafte Aromatik und minimiert zugleich das Tannin.
Gärung
Beginnt enzymatisch im Inneren ganzer Beeren unter CO2 (intrazellulär), endet dann als normale Hefegärung, nachdem die Trauben gepresst sind; die Technik ist oft partiell.
Reifung typisch
Gemacht für frühen, freudvollen Genuss – die meisten kohlensäuremaischevergorenen Weine schmecken innerhalb von 1–3 Jahren am besten, teilweise kohlensäuremaischevergorene Cru-Weine können jedoch länger reifen.
Weltweite Beispiele
Beaujolais (besonders Nouveau und die Dorf-/Cru-Weine) aus Gamay; weltweit zunehmend verwendet für saftige, tanninarme Rotweine im Umfeld des Naturweins.

Hauptproduzenten

  • Marcel Lapierre
  • Jean Foillard
  • Georges Duboeuf

Redaktionelle Anmerkungen

Praktische Hinweise

Oft leicht gekühlt serviert. Die meisten mit Kohlensäuremaischung erzeugten Rotweine (insbesondere Nouveau) sind zum jungen, frischen Genuss bestimmt, nicht zur Kellerlagerung — obwohl ernstzunehmender Cru Beaujolais mit teilweiser Kohlensäuremaischung ein Jahrzehnt reifen kann.

Querverweise

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