Kerner
Eine robuste Kreuzung von 1929 aus Riesling × Trollinger, die viel von der Frische und dem floralen Auftrieb des Rieslings bewahrt. Besonders erfolgreich in Südtirol und Hokkaido.
Über Kerner
Kerner wurde 1929 von August Herold an der Weinbauversuchsanstalt Weinsberg in Württemberg gezüchtet, durch Kreuzung von weißem Riesling mit der roten Rebsorte Trollinger (Schiava Grossa). Benannt nach dem örtlichen Dichter und Arzt Justinus Kerner, wurde er in Deutschland ab den 1970er Jahren als robustere, ertragreichere, frostbeständige Alternative populär, die dennoch Rieslings knackige Säure und florale Zitrusaromatik widerspiegelte. Über Deutschland hinaus fand er unerwartete Heimaten: Er ist ein charakteristischer Weißwein des italienischen Südtirol, in Höhenlagen für straffe, mineralische Weine angebaut, und er gedeiht auf Japans kühler nördlicher Insel Hokkaido, wo er zu einer lokalen Spezialität geworden ist. Frisch, nach Apfel und Birne duftend mit einer sanften Muskatnote, genießt man Kerner am besten jung und ohne Holzausbau, ein zuverlässiger und speisefreundlicher aromatischer Weißwein.
Rebsortenprofil
Redaktionelle Anmerkungen
Für die ernsthaftesten, mineralischen Beispiele lohnt der Blick nach Alto Adige und Hokkaido; innerhalb weniger Jahre nach dem Jahrgang trinken.