Merlot
Bordeaux' zweiter großer Rotwein. Dominiert das rechte Ufer (Pétrus, Cheval Blanc) und mildert den Cabernet am linken Ufer. Samtig, zugänglich und in hervorragender Form lagerfähig.
Um Merlot
Merlot ist die zweitwichtigste Rotweinsorte im Bordeaux und die dominierende Sorte am rechten Ufer der Gironde – der Heimat von Pétrus, Le Pin, Cheval Blanc, Lafleur und den anderen legendären Weingütern aus Pomerol und Saint-Émilion. Der Ruf der Rebsorte hat eine wechselvolle Geschichte: In den 1980er- und 1990er-Jahren war sie weltweit beliebt als weichere, zugänglichere Alternative zu Cabernet Sauvignon, wurde dann aber durch den Film *Sideways* von 2004 („Ich trinke keinen verdammten Merlot!“) zu Unrecht in Verruf gebracht. In den 2010er-Jahren erfuhr sie eine Neubewertung, als Kenner erkannten, dass der teuerste Rotwein der Welt (Pétrus) im Wesentlichen reiner Merlot ist. Die dünne Schale der Traube, die frühe Reife und der geringere Tanningehalt ergeben im Vergleich zu Cabernet Sauvignon vollmundige, zugängliche Weine – doch die besten Merlot-betonten Weine vom rechten Ufer reifen 25 bis über 40 Jahre und entwickeln eine außergewöhnliche Komplexität. Die Rebsorte mildert die Bordeaux-Cuvées vom linken Ufer (typische Cabernet-Merlot-Cuvées bestehen aus 60-80 % Cabernet und 20-40 % Merlot) und dient als gleichberechtigter Partner in toskanischen Cuvées.
Vielfalt Profil
Leitartikel Notizen
Pétrus besteht im Wesentlichen zu 100 % aus Merlot – der teuerste Rotwein der Welt beweist das Potenzial dieser Rebsorte. Der Schaden, der durch den *Sideways*-Flop von 2004 entstanden ist, ist weitgehend überwunden; ernstzunehmende, Merlot-dominierte Weine genießen wieder Anerkennung in der Redaktion.