Nebbiolo
Piemonts große Rotweinsorte. Grundlage von Barolo und Barbaresco. Die extremste Kombination aus Tanninen und Säure in einem feinen Rotwein – erfordert Reifung im Weinkeller.
Um Nebbiolo
Nebbiolo gilt redaktionell als die anspruchsvollste und zugleich lohnendste Rotweinsorte Italiens – die Quelle der DOCG-Weine Barolo und Barbaresco aus den Langhe-Hügeln des Piemont. Die Traube bringt Weine mit der extremsten Kombination aus Tanninen und Säure im Mainstream-Spitzenweinbereich hervor, gepaart mit einer trügerisch hellen rubinroten Farbe, die innerhalb weniger Jahre nach der Abfüllung zu einem ziegelroten Ton verblasst. Die aromatische Entwicklung mit dem Alter ist dramatisch – junger Nebbiolo kann streng und schwer zugänglich sein, aber richtig gereifte Exemplare (15–25+ Jahre für Barolo Riserva, 8–15 Jahre für Barbaresco) entwickeln sich zu Weinen von außergewöhnlicher aromatischer Komplexität: Teer, Rosen, getrocknete Kirschen, Trüffel, Leder und getrocknete Kräuter. Die Debatte zwischen Tradition und Moderne prägt den piemontesischen Weinbau seit den 1980er Jahren: Traditionalisten (Giacomo Conterno, Bartolo Mascarello) verwenden eine verlängerte Maischegärung und große slawonische Fässer; Modernisten (Elio Altare, Roberto Voerzio) verwenden kürzere Maischestandzeiten und französische Barriques. Beide Ansätze bringen exzellente Weine hervor; die stilistische Unterscheidung ist eher redaktioneller Natur als absolut.
Vielfalt Profil
Auch bekannt als
Leitartikel Notizen
Junger Barolo kann schwierig sein – Tannine und Säure sind ohne Flaschenreife sehr dominant. Hochwertige Barolo sollten mindestens 15 Jahre, Barbaresco mindestens 8 Jahre gelagert werden, bevor sie geöffnet werden.