Mosel (Mosel-Saar-Ruwer)
Die weltweit führende Riesling-Appellation. Steile Schieferhänge entlang der Mosel bringen Weine von unvergleichlicher aromatischer Intensität, mineralischem Charakter und perfekter Säurebalance hervor.
Um Mosel
Die Mosel-Saar-Ruwer-Appellation (heute offiziell nur noch „Mosel“, historisch aber nach allen drei Flüssen benannt) gilt als die weltweit führende Riesling-Appellation. Der Weinbau ist außergewöhnlich: Die Reben wachsen an so steilen Schieferhängen, dass die Arbeit im Weinberg größtenteils von Hand erfolgt; einige Parzellen weisen eine Neigung von über 60 % auf. Der Schiefer ist von entscheidender Bedeutung – er speichert die Tageswärme für die kühlen Nächte der Wachstumsperiode, leitet überschüssiges Wasser an den steilen Hängen ab und verleiht den Weinen einen unverwechselbaren mineralischen Charakter. Es gilt die Prädikatswein-Hierarchie: Kabinett (leichtester, am wenigsten reifer Wein), Spätlese (späte Lese, reiferer Wein), Auslese (selektierte Trauben, oft mit Botrytis-Befall), Beerenauslese (BA, selektierte, botrytisbefallene Beeren), Trockenbeerenauslese (TBA, einzeln gelesene, getrocknete, botrytisbefallene Beeren) und Eiswein (Ernte aus gefrorenen Trauben). Moderne, renommierte Erzeuger (J.J. Prüm, Egon Müller, Fritz Haag, Reinhold Haart, Selbach-Oster) produzieren Weine, die von knochentrocken (Trocken) bis hin zu ausgesprochen süß reichen und das gesamte Prädikatspektrum abdecken. Dank des ausgewogenen Säure-Zucker-Verhältnisses können diese Weine problemlos über 50 Jahre reifen.
Terroir & Verordnung
Rektor Produzenten
- Egon Müller
- J.J. Prüm
- Fritz Haag
- Reinhold Haart
Leitartikel Notizen
Der Restzuckergehalt deutscher Rieslinge wird nicht immer auf dem Etikett angegeben; die Prädikatsbezeichnungen (Kabinett, Spätlese, Auslese) geben den Reifegrad zum Zeitpunkt der Lese an, nicht unbedingt die Süße des fertigen Weins. Mosel-Riesling Spätlese reift 10–20 Jahre, Auslese 20–30+ Jahre; BA/TBA ist praktisch unbegrenzt lagerfähig.