Sémillon
Die wichtigste Rebsorte für Sauternes. Auch die Grundlage für den Hunter Valley Sémillon (Australien) – einen alkoholarmen, säurebetonten Weißwein, der 20-30+ Jahre reift.
Um Sémillon
Sémillon ist die unverwechselbare Rebsorte hinter zwei der weltweit einzigartigsten Weißweinkategorien: Sauternes (wo sie über 80 % der Cuvée ausmacht) und Hunter Valley Sémillon (Australiens unverwechselbarster Weißwein). Im Sauternes macht die dünne Schale des Sémillon ihn anfällig für Botrytis cinerea (Edelfäule), den Pilzbefall, der Zucker konzentriert und den ikonischen Süßwein hervorbringt. Sauternes aus Yquem und den besten Premier Crus reift praktisch unbegrenzt. Im australischen Hunter Valley geht der Sémillon einen völlig anderen Weg: Früh geerntet für einen niedrigen Alkoholgehalt (10–11 %) und einen hohen Säuregehalt, im Edelstahltank ohne Eichenfassausbau vergoren, ist der Wein bei der Abfüllung herb und säurebetont, entwickelt sich aber mit der Flaschenreife dramatisch – ein 10–15 Jahre alter Hunter Valley Sémillon zeigt Noten von Honig, Bienenwachs, Zitrone und Lanolin, trotz des niedrigen Alkoholgehalts und des fehlenden Eichenfassausbaus. Tyrrell’s, Mount Pleasant, McWilliam’s und andere Erzeuger aus dem Hunter Valley pflegen diese Tradition. Sémillon spielt auch eine untergeordnete Rolle in trockenen Weißweinen aus Bordeaux (oftmals verschnitten mit Sauvignon Blanc) und in den historischen Süßweinen aus Constantia in Südafrika.
Vielfalt Profil
Leitartikel Notizen
Hunter Valley Sémillon reift enorm – eine 15–20 Jahre alte Flasche kann ganz anders schmecken als eine frisch abgefüllte. Der alkoholarme, nicht im Eichenfass ausgebaute Hunter-Valley-Stil ist redaktionell einzigartig.