Carmenère
Eine spätreifende rote Bordeaux-Rebe, in Frankreich beinahe der Reblaus zum Opfer gefallen, die in Chile eine zweite Heimat und ihre sinnbildliche Identität fand.
Über Carmenère
Carmenère ist eine alte Médoc-Sorte, eine Kreuzung aus Cabernet Franc und Gros Cabernet, die aus Bordeaux nach dem Ausbruch der Reblaus in den 1860er Jahren nahezu verschwand. Sie überlebte in Chile, wo sie jahrzehntelang für Merlot gehalten wurde, bis ein DNA-Test 1994 ihre wahre Identität enthüllte. Heute ist Chile ihre Welthauptstadt und Carmenère gilt als die charakteristische Traube des Landes. Spätreifend und wärmebedürftig, ergibt sie tief gefärbte Weine mit Brombeere und Pflaume, überlagert von Kakao, Tabak und einer typischen Note von grünem Pfefferkorn oder Paprika, wenn sie vor voller Reife gelesen wird. In ihrer besten Form liefern warme Lagen in Maipo und Colchagua üppige, geschmeidige Tannine und einen samtigen, herzhaften Abgang. Sie wird sowohl reinsortig als auch als Partner des Cabernet Sauvignon in Chiles Flaggschiff-Cuvées abgefüllt.
Rebsortenprofil
Redaktionelle Anmerkungen
Kaufen Sie aus warmen chilenischen Tälern (Maipo, Colchagua) für reife Frucht; unreife Exemplare zeigen aggressive grüne Paprika. Passt gut zu gegrilltem und gewürztem rotem Fleisch.